Schlafstörungen durch Kopfschmerzattacken – Nächtliche Migräne kann Betroffene um die Nachtruhe bringen

Ausreichend erholsamer Schlaf ist wichtig, damit sich Körper und Geist regenerieren können. Migränepatienten werden jedoch häufig von ihren Beschwerden in ihrer Nachtruhe empfindlich gestört. Erschöpfung und Konzentrationsmangel einerseits sind die Folge. Andererseits kann Schlafmangel selbst jedoch auch weitere Migräneanfälle auslösen.

Was ist Migräne?

Migräne ist eine häufig vorkommende Erkrankung, zu der vielfältige Beschwerden gehören. Neben den oftmals plötzlich auftretenden, heftigen Schmerzen, klagen viele Betroffene auch über andere Symptome, zu denen beispielsweise Übelkeit und Erbrechen, Geräusch- und Lichtempfindlichkeit oder auch die Verschlimmerung der Schmerzen bei Bewegung zählen. Manche Patienten leiden sogar an neurologischen Ausfällen, der sogenannten Migräneaura, die sich unter anderem durch Sehstörungen oder Kribbeln in den Gliedmaßen äußert. Eine Migräneattacke kann bis zu 72 Stunden anhaltenden. Manchmal tritt die Aura jedoch bereits vor den eigentlichen Schmerzen auf.

© PhotoSGWas passiert im Schlaf mit dem Körper?

Als Schlaf bezeichnen wir einen besonders intensiven körperlichen Ruhezustand, bei dem diverse Körperfunktionen sparsamer ausgeführt werden als im wachen Zustand. Beispielsweise sind Puls, Atmung und Gehirnfunktionen reduziert. Obwohl die genaue Funktion des Schlafes von der Wissenschaft noch nicht abschließend geklärt werden konnte, dient er aller Wahrscheinlichkeit nach zur Erholung und Heilung des Körpers.

Nachts durchläuft das Gehirn verschiedene Schlafphasen. Nach dem Einschlafen tritt zuerst ein leichter Schlaf ein, in dem sich die Muskulatur immer weiter entspannt. Dabei können unwillkürliche Muskelzuckungen auftreten, die viele Menschen bereits beim Einschlafen erleben. Im Anschluss folgt der Tiefschlaf, aus dem der Schlafende nur sehr schwer zu wecken ist. Nach einer bis eineinhalb Stunden beginnt der sogenannte REM-Schlaf (kurz für „rapid eye movement“, schnelle Augenbewegungen), die Zeit der Träume, in der das Gehirn sehr aktiv ist. Während der Nacht wechselt das Gehirn mehrfach zwischen diesen einzelnen Schlafphasen.

Nächtliche Migräneanfälle

Migräne zählt zu den Kopfschmerzformen, die auch Nachts auftreten können. Meist kommt es während der REM-Phasen zu Migräneattacken, die auch die nachfolgenden Tiefschlafphasen negativ beeinflussen. Die Betroffenen scheinen zudem nach einer Attacke weniger weitere Schlafzyklen zu durchlaufen als gesunde Menschen. Häufig erwachen die Betroffenen in den frühen Morgenstunden mit starken Schmerzen. Die Migräne kann jedoch schon Stunden zuvor den Schlaf beeinträchtigt haben. Migränepatienten fühlen sich daher morgens häufig unausgeruht und erschöpft.

Welche Symptome deuten auf nächtliche Migräneanfälle hin?

Neben den typischen Symptomen einer Migräne, wie heftigen, meist einseitigen Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel und Migräneaura, zeigen sich nächtliche Migräneattacken meist anhand von regelmäßigen Durchschlafstörungen. Die Patienten können zwar gut einschlafen, erwachen aufgrund der Schmerzen nachts jedoch häufiger oder am Morgen deutlich zu früh und können sich daher nur unzureichend erholen. Für Migränepatienten, die auch nachts oder morgens an bekannten Symptomen leiden, ist die Ursache ihrer Schlafstörungen daher meist recht eindeutig. Für eine genaue Diagnose ist ein Arztbesuch jedoch unumgänglich, um abweichende Ursachen sicher auszuschließen. Da zudem auch einige Migränemedikamente selbst zu Schlafstörungen führen können, sollte unbedingt Rücksprache mit dem behandelnden Arzt gehalten werden.

Kann man nächtlichen Migräneattacken vorbeugen?

Nächtlichen Migräneattacken lässt sich nach demselben Prinzip vorbeugen wie einer üblichen Migräne. Neben einer individuellen medikamentösen Behandlung, kann ein ausgeglichener Lebenswandel mit ausreichend Entspannung, Bewegung und gesunder Ernährung mehr bewirken, als viele Patienten zuvor glauben mögen.
Wer unter nächtlichen Attacken leidet, sollte jedoch zudem auf seinen Schlaf-Wach-Rhythmus achtgeben. Nicht ohne Grund treten Migräneanfälle besonders häufig am Samstagvormittag auf, wenn die Patienten am Abend zuvor erst spät ins Bett gegangen sind und entgegen ihrer Gewohnheit unter der Woche morgens lange geschlafen haben. Zudem hat sich gezeigt, dass Schlafmangel selbst ein Auslöser von Migräneanfällen sein kann. Patienten können daher ohne angemessene Behandlung leicht in einen Teufelskreis aus Schlafstörungen und Migräneattacken geraten.

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