Prophylaxe (Vorsorge)

Um den Medikamenteninduzierten Kopfschmerz vorzubeugen und loszuwerden ist es wichtig die Einnahme der Medikamente zu stoppen. Dabei nützt es nicht das Medikament seltener einzunehmen oder die Dosis zu reduzieren.

Um den Medikamentenentzug erfolgreich durchzuführen gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Ambulanter Entzug
  • Stationärer Entzug

In beiden Fällen steht Ihnen entweder ambulante Hilfe durch einen Schmerztherapeuten, Hilfe in Krankenhäuser (in der Schmerzambulanz) oder in Kliniken, die darauf spezialisiert sind, zu.

Nicht jeder Patient ist in der Lage einen ambulanten Medikamentenentzug hinzubekommen. Folgende Vorraussetzungen müssen dafür gegeben sein:

  • Überaus hohe Motivation des Betroffenen den Entzug zu schaffen
  • Hilfe und Unterstützung der Familie und Freunde
  • Keine gleichzeitige Medikamenten-Einnahme von Beruhigungsmitteln (vor allem Tranquilizern), Codein oder Betäubungsmittel.

Bei dem Entzug werden alle Schmerzmittel schlagartig abgesetzt. Die Schmerzmittel dürfen für den Patienten nicht zugänglich sein. Tritt während des Entzugs Kopfschmerzen auf, so ist vor allem ausreichende Flüssigkeitszufuhr (viel Trinken!!!) von Bedeutung. Auch kann in solch einer Situation ein Kortison, welches der Arzt verschreibt, sehr hilfreich sein.

Um einen Stationären Entzug zu vollziehen, ist unter folgenden Vorraussetzungen ausführbar:

  • Zusätzliche Einnahme von Beruhigungsmitteln (Tranquilizer), Schlafmitteln, angstlösende Mittel (Anxiolytika) oder Beruhigungsmittel
  • Angst vor dem eigentlichen Entzug
  • Mehrere erfolglose Versuche eines Entzugs
  • ausgebildete Begleitdepression
  • hoher Leistungsanspruch und Angst zu Versagen
  • langjähriger medikamenteninduzierter Dauerkopfschmerz
  • ständige Einnahme von Migränemittel, die Codein enthalten
  • keine Hilfe von Familie und Freunde

Der stationäre Entzug der Medikamenteninduzierten Kopfschmerzen dauert mehrere Tage. An den Tagen, an denen die Symptome des Entzugs nicht allzu ausgebildet sind, kann zusätzlich eine Progressive Muskelentspannung oder ein Stressbewältigungstraining von Vorteil sein.