Dialysekopfschmerz

Als wäre die Notwendigkeit der Dialyse für die betroffenen Patienten nicht schon belastend genug, leiden einige von ihnen zusätzlich noch unter Kopfschmerzen, die während der Behandlung beginnen und danach noch stundenlang anhalten können. Doch was verursacht diesen sogenannten Dialysekopfschmerz?

Was passiert bei der Dialyse?

Die Dialyse (vom griechischen „dialysis“, „Trennung“) ist ein medizinisches Verfahren zur Reinigung des Blutes. Patienten, deren Nieren nur eingeschränkt oder gar nicht in der Lage sind, den Körper von Giftstoffen zu befreien, müssen auf die Dialyse zurückgreifen. Diese kann mit unterschiedlichen Verfahren erfolgen. Die am häufigsten genutzte Methode ist aber die sogenannte Hämodialyse.

[adsenseyu1]Wie funktioniert die Hämodialyse?

Bei der Hämodialyse findet die Blutwäsche außerhalb des Körpers statt. Sie ist für Patienten mit gesunden Venen und stabilem Kreislauf geeignet. Durch einen Zugang zu den Blutgefäßen (Shunt) fließt das Blut aus dem Körper heraus und im Dialyseapparat an einer Membran vorbei, die  unerwünschte Stoffe aus dem Blut herausfiltert. Über einen zweiten Zugang wird das gereinigte Blut wieder in den Körper zurückgeführt. Außer Giftstoffen kann dem Körper auch übermäßig eingelagerte Flüssigkeit entzogen werden. Dieser gesamte Vorgang dauert bei den meisten Patienten vier bis fünf Stunden und muss abhängig von Körpergewicht, Gesundheitszustand, etc. mindestens dreimal in der Woche durchgeführt werden.

Warum verursacht die Dialyse Kopfschmerzen?

Da dem Körper bei der Dialyse eine gewisse Menge Blut und Wasser entzogen werden muss, kann es zum Absinken des Blutdrucks kommen. Einige Patienten reagieren hierauf mit Schwindel, Übelkeit und Kopfschmerzen. Indem die Durchflussmenge des Blutes verringert und die Dialysedauer verlängert wird, kann vielen Patienten bereits deutlich geholfen werden.

Wie werden Dialysekopfschmerzen diagnostiziert?

Um einen Dialysekopfschmerz von einer anderen Schmerzart abzugrenzen, wird der Arzt zuerst in einem gründlichen Gespräch (Anamnese) die Krankengeschichte und die aktuellen Beschwerden des Patienten erfragen. Zu den Merkmalen, die auf einen Dialysekopfschmerz hindeuten, zählen zum einen, dass der Patient eine Hämodialysebehandlung (und kein anderes Verfahren) erhält, zum anderen dass die Schmerzen spätestens 72 Stunden nach der Behandlung (oder dauerhaft nach einer Nierentransplantation) wieder verschwunden sind. Außerdem sollten vor dem Diagnosezeitpunkt mindestens drei Schmerzattacken aufgetreten sein, die diesen Kriterien entsprechen.

Behandlung von Dialysekopfschmerzen

Zuerst sollte der behandelnde Arzt durch eine Verlängerung der Dialysezeit versuchen, die Kopfschmerzen des Patienten zu minimieren. Möchte der Patient mit einem Schmerzmittel gegen den Dialysekopfschmerz vorgehen, ist Paracetamol sehr gut geeignet. In Absprache mit dem Arzt können die freiverkäuflichen Tabletten je nach Bedarf eingenommen werden, um die Beschwerden erträglicher zu machen. Die beste Methode ist aber natürlich eine Nierentransplantation, die den Patienten dauerhaft von der Dialyse befreit.

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