Stechende Schmerzen in den Schläfen – Riesenzellarteriitis

Stechende Schmerzen in den Schläfen können vor allem bei älteren Patienten auf eine Entzündung der Arterien, eine sogenannte Riesenzellarteriitis, hindeuten. Ihr Name rührt von krankhaft veränderten, sogenannten Riesenzellen her, die sich unter dem Mikroskop nachweisen lassen. In der Regel ist die Erkrankung gut therapierbar. Unbehandelt ist die Riesenzellarteriitis jedoch nicht nur schmerzhaft, sondern kann auch zum Erblinden des Patienten führen.

Was ist eine Riesenzellarteriitis?

Bei einer Riesenzellarteriitis entzünden sich die Wände der Arterien im Körper. Die Riesenzellarteriitis gehört zu den rheumatischen Erkrankungen und tritt in zwei Formen auf. Je nachdem welche Arterien betroffen sind, unterscheiden sich die Beschwerden.

Schläfen - stechende Schmerzen

Schläfen – stechende Schmerzen – Fotolia © drubig-photo

Die Arteriitis temporalis zeigt sich besonders anhand stechender und pochender Kopfschmerzen an den Schläfen, die sich beim Kauen verstärken können. Bei der sogenannten Polymyalgia rheumatica stehen hingegen Muskelschmerzen im Zentrum der Beschwerden. Etwa die Hälfte der Betroffenen leidet jedoch gleichzeitig unter einer Arteriitis temporalis und der Polymyalgia rheumatica. Die Patienten fühlen sich meist sehr schwach und krank. Beim Vorliegen einer Arteriitis temporalis kommen häufig Sehstörungen aufgrund der mangelhaften Durchblutung der entzündeten Arterien des Kopfes hinzu. Die Erkrankung muss daher schnellstmöglich behandelt werden, um Folgeschäden an den Augen zu vermeiden.



Meist sind Frauen ab dem 50. Lebensjahr von der Erkrankung betroffen. Die Ursache der Entzündung konnte bislang nicht abschließend geklärt werden. Mediziner gehen aber davon aus, dass es sich um eine erbliche Autoimmunerkrankung handelt.

Wie wird die Riesenzellarteriitis diagnostiziert?

Eine Riesenzellarteriitis kann vom Arzt anhand der Blutwerte erkannt werden. Darüber hinaus sind die entzündlichen Veränderungen an der Schläfenarterie oftmals von außen tastbar. Der Arzt kann außerdem eine Gewebeprobe (Biopsie) entnehmen, um die Wände der Arterie genau auf Merkmale der Erkrankung zu untersuchen.

Was kann man gegen eine Riesenzellarteriitis tun?

Mit der Therapie einer Riesenzellarteriitis sollte schnellstmöglich begonnen werden, um Schäden durch die Entzündungen so gering wie möglich zu halten. Mit hoch dosiertem Cortison ist es meist möglich, die Entzündungsreaktion zu stoppen. Sobald die Erkrankung eingedämmt ist, wird mit geringen Mengen Cortison über weitere ein bis zwei Jahre ein erneutes Ausbrechen verhindert. So kann bei rechtzeitiger Diagnose bei fast allen Patienten Beschwerdefreiheit erreicht werden.

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