Migräne – Neue Erkenntnisse aus der neurologischen Forschung

Viele tausend Menschen in Deutschland, Österreich und der Schweiz leiden regelmäßig an Migräne. Die immer wieder auftretenden, meist einseitig lokalisierten Kopfschmerzen können die Betroffenen für mehrere Tage komplett ausschalten. Häufig werden die unangenehmen Schmerzen von Übelkeit begleitet. Forscher aus dem Fachbereich der Neurologie beschäftigen sich schon seit Jahrzehnten mit den Ursachen und auch den Möglichkeiten zur Behandlung der bohrenden Kopfschmerzen.

Migräne – Neue Erkenntnisse aus der neurologischen Forschung

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In einer sehr umfassenden Migränestudie, die weltweit durchgeführt wurde, haben Forscher genetische Ursachen der Migräne entdeckt. So gibt es fünf neue Genregionen, die für die Entstehung der Kopfschmerzen verantwortlich sein sollen. Die Genregionen spielen eine wichtige Rolle für den Energieumsatz der Neuronen im Gehirn. Auch die Gedächtnisverarbeitung im Gehirn wird durch sie beeinflusst. Diese Studie hat neue Einblicke in die Entstehungsmechanismen der Kopfschmerzen eröffnet. Das Forscherteam aus dem Fachbereich der Neurologie konnte nachweisen, dass die Risikogene miteinander in Kontakt stehen und die Regulation der Neuronen im Gehirn stören können. Diese Regulationsstörungen führen vermutlich zur Entstehung der Migräne. Auf der Basis dieser Erkenntnisse können die Forscher nun neue Behandlungsmethoden gegen den Kopfschmerz entwickeln, die direkt in den Entstehungsmechanismus eingreifen.




Doch es gibt scheinbar auch nichtmedikamentöse Wege gegen den Kopfschmerz. Eine Studie des Instituts für Medizinische Psychologie der Universität Kiel zeigt, dass Sporttherapie gegen Kopfschmerzen hilft. So sollen Walken und Joggen die Migränetage während des Migräneanfalls und die Kopfschmerzstunden deutlich vermindern. Auch die Stärke der Anfälle wird positiv beeinflusst. Insbesondere Ausdauersport im aeroben Herzfrequenzbereich ist zur Behandlung der Kopfschmerzen geeignet. Die Forscher führen diesen Effekt darauf zurück, dass durch den Ausdauersport die Schmerzschwelle ansteigt. Der Abbau von Hormonen, die im Stress ausgeschüttet werden, wird beschleunigt. Der gesenkte Stresshormonpegel beeinflusst wiederum die individuelle Schmerzschwelle.

Die Forscher der Neurologie richten ihr Augenmerk aber nicht nur auf die Behandlung der Kopfschmerzen, sondern auch auf die Prophylaxe. Derzeit gibt es zwei erfolgsversprechende Prophylaxemethoden. So soll eine Therapie mit Melatonin neue Attacken verhindern. In einer Studie schnitt die Behandlung mit dem Hormon Melatonin besser ab als die Behandlung mit Amitriptylin. Amitriptylin ist ein trizyklisches Antidepressivum, das zur Behandlung schwerer Kopfschmerzattacken eingesetzt wird. Ebenso erfolgsversprechend scheint die Migräneprophylaxe mit Antikörpern. In einer Studie konnte mit der Verabreichung von Antikörpern gegen das Calcitonin-Genverwandte Peptid die Zahl der Migränetage deutlich gesenkt werden.

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Ein Gedanke zu “Migräne – Neue Erkenntnisse aus der neurologischen Forschung

  1. Liebe Kopfschmerzn-Redaktion!

    Danke vielmals für Ihre tollen Artikel. Ich habe Ihren Blog schon länger als Newsletter abonniert. Und jetzt musste mich mal einen kurzen Kommentar schreiben und DANKE
    sagen. Machen Sie weiter so! Bin gespannt auf den nächsten Artikel!

    LIGRÜ,

    Daniela

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