Lustkiller Kopfschmerz – warum an einer alten „Ausrede“ doch etwas dran ist

Schatz, ich kann nicht, habe Migräne“ – der Klassiker, der gemeinhin zu den schlechtesten Entschuldigungen bei fehlender Lust zählt, hat vermutlich doch einen ernstzunehmenden Hintergrund. So konnte eine italienische Studie kürzlich einen Zusammenhang zwischen Sexproblemen und Migräne-Anfällen bei Frauen aufzeigen. Die Ergebnisse wurden in der Februarausgabe des „Journal of Sexual Medicine“ publiziert.

Die Forscher der Universität Pavia konnten nachweisen, dass Frauen, die regelmäßig schwere Kopfschmerzen haben, sehr häufig auch mit ihrem Sexualleben unzufrieden sind. Rund 90 Prozent der Befragten, die sich wegen Kopfschmerzen in ärztlicher Behandlung befanden, klagen über erhebliche Störungen ihrer sexuellen Funktionsfähigkeit. Insgesamt hatten sie weniger Lust auf Sex und litten oftmals auch beim Geschlechtsverkehr unter Schmerzen. Rund 20 Prozent der Frauen sagten aus, der Zustand sei für sie bedrückend, während 17 Prozent der Studienteilnehmerinnen die fehlende Libido nicht weiter belastete. Das ist insofern interessant, da Stress, der durch die Erwartungshaltung des Partners oder durch die eigenen Vorstellungen von einem gesunden Sexualleben entsteht, häufig ein zusätzlicher Lustkiller ist.



Als Grundlage hatten die Wissenschaftler 100 Frauen, die unter Migräne-Attacken und Kopfschmerzen litten, nach ihrem Sexleben befragt. Aufgrund dieser wenigen Teilnehmerinnen dürfen die Ergebnisse noch nicht als repräsentativ gelten. Um mehr Erkenntnisse über den lange vermuteten Zusammenhang zwischen Kopfschmerzen und sexueller Unlust zu gewinnen, müssten auf jeden Fall größer angelegte Studien durchgeführt werden, so die Forscher. Bereits in früheren Studien hatte sich gezeigt, dass jede Art von chronischem Leiden und insbesondere Schmerzen erheblichen Einfluss auf das Verlangen und die Erregungsfähigkeit eines Menschen haben.

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