Kopfschmerzen – Paroxysmale Hemikranie

Die paroxysmale Hemikranie gehört zu den besonders seltenen Kopfschmerzsyndromen. Patienten, die von dieser speziellen Kopfschmerzart betroffen sind, leiden oft mehrmals am Tag unter vernichtenden Schmerzattacken, deren Ursachen weitgehend ungeklärt sind.

Was ist eine paroxysmale Hemikranie?
Eine paroxysmale Hemikranie ist eine Erkrankung, die durch halbseitige Kopfschmerzen (Hemikranie), die anfallsweise (paroxysmal) auftreten, gekennzeichnet ist. Die Schmerzen setzen plötzlich ein, sind pulsierend bis stechend und werden von den Betroffenen als sehr stark beschrieben. Die paroxysmale Hemikranie ähnelt darin den Clusterkopfschmerzen.

© HeYFrauen sind etwa dreimal so häufig betroffen wie Männer. Bei den meisten Patienten tritt die Erkrankung zudem zwischen dem 30. und 40. Geburtstag zum ersten Mal auf. Mediziner unterscheiden zwischen der chronischen paroxysmalen Hemikranie (CPH) und der episodischen paroxysmalen Hemikranie (EPH), die durch wochen- bis monatelange beschwerdefreie Intervalle zwischen den Kopfschmerzanfällen gekennzeichnet ist.

Was unterscheidet eine paroxysmale Hemikranie von Clusterkopfschmerzen?
Die Schmerzart, unter der die Patienten leiden, ähnelt sich bei beiden Erkrankungen. Im Falle einer paroxysmalen Hemikranie treten die Attacken jedoch häufiger (bis zu 40 Mal täglich) auf und sind mit einer Dauer von zwei bis 45 Minuten wesentlich kürzer als bei Clusterkopfschmerzen.

Häufig werden die Schmerzattacken bei beiden Erkrankungen von Rötungen des Gesichtes, Tränenfluss und Schwellungen der Nasenschleimhaut und des Augenlides sowie Bindehautreizungen auf der betroffenen Kopfseite begleitet. Diese Symptome sind bei Vorliegen einer paroxysmalen Hemikranie jedoch meist weniger stark ausgeprägt.

Während Clusterkopfschmerz-Patienten unter einer Attacke oft einen starken Bewegungsdrang empfinden, ziehen sich die Betroffenen einer paroxysmalen Hemikranie eher zurück und sind sehr ruhebedürftig.

Welche Ursachen hat eine paroxysmale Hemikranie?
Die Ursachen der paroxysmalen Hemikranie sind weitestgehend ungeklärt, da die Erkrankung zum einen nur sehr selten auftritt und zum anderen erst seit wenigen Jahrzehnten als eigenständiges Krankheitsbild gilt. Es liegt bislang lediglich der Verdacht vor, die starken Schmerzen könnten mit bestimmten Fehlbildungen der Blutgefäße im Kopf der Betroffenen zusammenhängen.

Die Betroffenen selbst bringen unterschiedliche Auslöser mit ihren Beschwerden in Verbindung. Einige berichten von äußeren Einflüssen, wie Temperaturveränderungen, andere hingegen führen die Schmerzattacken auf Stress, Alkohol, Koffein oder bestimmte Kopfbewegungen zurück. Jedoch liegen auch hier keine gesicherten Untersuchungsergebnisse vor.

Wie wird die paroxysmale Hemikranie diagnostiziert und behandelt?
Neben den typischen heftigen, einseitigen Kopfschmerzattacken sowie den Begleiterscheinungen in Form von Rötungen und Schwellungen der betroffenen Gesichtshälfte, ist das wichtigste Diagnosekriterium die Behandelbarkeit der Beschwerden mit Indometacin, einem Schmerzmittel. Wenn nach einer eingehenden Untersuchung andere Ursachen für die Schmerzen ausgeschlossen werden konnten, kann mit einer Indometacin-Dauertherapie begonnen werden. Durch drei Einheiten des Medikamentes pro Tag kann bei vielen Patienten Beschwerdefreiheit erreicht werden.

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