Kopfschmerzen bei Jugendlichen: Stress reduzieren, den Alltag entzerren

Stress in der Schule, zu wenig Schlaf und Leistungsdruck: Vielen Jugendlichen schmerzt regelmäßig der Kopf. Laut einer aktuellen Münchner Studie gaben 84 Prozent von 1675 Gymnasiasten im Alter von zwölf bis 19 Jahren an, in den vergangenen sechs Monaten „irgendwelche Kopfschmerzen“ gehabt zu haben. Eine Studie von 2002 befragte 3300 Jugendliche zwischen zwölf und 15 Jahren. Rund 40 Prozent behaupteten, innerhalb der vergangenen drei Monate immer wieder unter Kopfschmerz gelitten zu haben.

[adsenseyu1]Die meisten Kopfschmerzen im Kindes- und Jugendalter sind primäre Kopfschmerzen, das heißt, die kleinen Patienten leiden unter Kopfschmerzarten, denen keine andere Erkrankung wie zum Beispiel ein Tumor zugrunde liegt.

Die genauen Ursachen sind allerdings häufig unklar. Spannungskopfschmerzen können durch muskuläre Verspannungen im Hals- und Schulterbereich sowie Fehlhaltungen ausgelöst werden. Bei Migräne gehen viele Mediziner davon aus, dass es sich bei der Ursache um eine Funktionsstörung der Gefäße im Gehirn handelt. Klare Anzeichen für eine Migräne seien, wenn das Kind fünf Kopfschmerz-Attacken pro Monat hat, die jeweils mindestens drei bis vier Stunden anhalten und mit Lichtempfindlichkeit, Übelkeit, Erbrechen verbunden sind. Nach der Attacke sind die Beschwerden vollkommen verschwunden. Anders Spannungskopfschmerz, der in vielen Fällen lange anhält.

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass primäre Kopfschmerzen sehr oft Stressreaktionen sind. Musikunterricht, Sport, Neigungsgruppen, Schule bis nachmittags – viele Jugendliche haben ein Pensum wie Erwachsene. Dazu kommen Leistungsdruck und nicht selten auch ein gewisser Perfektionismus.

Ziel einer Therapie ist es im Allgemeinen, die Häufigkeit und Intensität wiederkehrender Kopfschmerzen zu reduzieren.  Die Kinder lernen, was zu tun ist, wenn der Schmerz kommt, und stehen den Beschwerden nicht mehr hilflos gegenüber. In einem persönlichen Kopfschmerztagebuch können die Patienten festhalten, in welchen Situationen der Schmerz kommt und wie er sich ankündigt. Empfehlenswert ist es zudem, den Alltag stressfreier zu strukturieren und zugleich Entspannungstechniken anzuwenden.

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