Kopfschmerzen: Migräne als Vorbote von Hirnblutungen?

Bei einem zerebralen Aneurysma handelt es sich um die Aussackung einer Arterie im Gehirn. Bis zu 12.000 lebensbedrohliche Hirnblutungen infolge eines Aneurysmas im Kopf gibt es jährlich. Dabei sind deutlich mehr Frauen als Männer betroffen. Insgesamt etwa eine Million Menschen leben in Deutschland mit einer derartigen Zeitbombe im Kopf, ohne dies zu wissen. Die Strömungskräfte des Bluts und hoher Blutdruck vergrößern eine Gefäßausbuchtung immer weiter. Ist sie groß genug, kann das Aneurysma urplötzlich platzen – mit lebensbedrohlichen Folgen.


Migräne als Vorbote von Hirnblutungen?

Das Einreißen eines Aneurysmas im Gehirn erzeugt einen explosionsartigen, heftigen Kopfschmerz, den Mediziner als „Donnerschlagkopfschmerz“ bezeichnen. Doch zerebrale Aneurysmen machen sich möglicherweise schon vorher bemerkbar, stellten Wissenschaftler kürzlich fest: In einer Fall-Kontroll-Studie fanden Neurologen der Universitätsklinik Jekaterinburg heraus, dass die untersuchten Probanden vor dem kritischen Ereignis deutlich häufiger an Migräne ohne Aura litten als gewöhnlich.

Ein Jahr zuvor waren 199 Personen, die wegen eines zerebralen Aneurysmas beziehungsweise Hirnblutungen stationär aufgenommen worden waren, mit einem standardisierten Interview nach Kopfschmerzen befragt worden. Zur Evaluierung diente eine Kontrollgruppe von 194 Patienten. Die Ergebnisse waren überraschend: Von den Patienten, bei denen ein zerebrales Aneurysma geplatzt war,  hatten demnach 62,3 Prozent im Jahr vor der Ruptur an Kopfschmerzen gelitten – fast doppelt so viele wie in der Kontrollgruppe (32,5 Prozent). Differenziert nach der Art der Kopfschmerzen trat vor allem Migräne ohne Aura mit 39,2 Prozent deutlich häufiger auf als in der Kontrollgruppe (8,8 Prozent). Allerdings sagte der Ort der Kopfschmerzen nicht immer etwas über die Lokalisation des Aneurysmas aus.

Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Kompression von Nerven durch ein größer werdendes Aneurysma möglicherweise eine Migräne begünstigen kann. Allerdings handelt es sich dabei nur um indirekte Trigger-Effekte.

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Ein Gedanke zu “Kopfschmerzen: Migräne als Vorbote von Hirnblutungen?

  1. Ich hatte für ein Jahr ein geplazt Aneurysma und hab noch zwei weitere – Ich leide ständig unter Migäne mit erbrechen. Wie hoch ist das Risiko das die anderen Aneurysmen auch irgendwann platzen?

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