Migräne: Tatsächliche Einflussfaktoren und überschätzte Trigger

Ein Stückchen Käse, Schokolade oder ein Glas Rotwein: Einige Lebensmittel gelten für Migräne-Patienten als mögliche Auslöser einer Attacke. Nicht wenige verzichten daher auf den Genuss bestimmter Nahrungsmittel. Inzwischen ist allerdings bekannt, dass Ernährung und Migräne nur bedingt gekoppelt sind. So wirkt sich ein ausgewogener Speiseplan grundsätzlich positiv auf den Erkrankungsverlauf aus. Es ist allerdings reiner Aberglaube, dass einzelne Lebensmittel für eine Attacke verantwortlich sind. Dass es dennoch Menschen gibt, die auf Nahrung mit einem Migräneanfall reagieren, liegt offenbar an der Angst davor, mit der Mahlzeit eine Attacke auszulösen. Wer sich hingegen beim Essen entspannt, wird mit großer Wahrscheinlichkeit keine Beschwerden erleben.



Einzig mit Alkohol sollten Migräne-Patienten wirklich vorsichtig sein: Dieser erweitert die Blutgefäße und kann tatsächlich einen Anfall provozieren.

Ähnlich sieht es mit Sport aus: Wer in der anfallsfreien Zeit regelmäßig trainiert und sich dabei nicht übernimmt, kann damit die Intensität und Häufigkeit der Attacken positiv beeinflussen. Gerade Ausdauersport wie Radfahren, Schwimmen oder Laufen kann für die Betroffene sehr gut geeignet sein. Es ist sogar möglich, dass entspannter und moderater Sport bei den ersten Anzeichen eines Anfalls – zum Beispiel  beginnende Kopfschmerzen, Überaktivität oder ein taubes Gefühl in den Fingern – die Attacke abwenden kann.

Ebenso kann Sex in einzelnen Fällen Kopfschmerzen lindern, fanden Neurologen der Universität Münster heraus. In welchem Kontext die sexuellen Aktivitäten stattfanden, spielte dabei keine Rolle: Immerhin 60 Prozent aller Migräne-Patienten fühlten sich nach dem Sex besser. Leider hatten auch 33 Prozent nach dem Akt stärkere Kopfschmerzen als zuvor. Kurzum, hier muss ein jeder für sich herausfinden, was ihm gut tut.

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