Was schmerzt denn da? Migräne vs. Kopfschmerz

Die meisten Deutschen leiden hin und wieder unter Kopfschmerzen. Manchmal sind diese aber besonders stark ausgeprägt und werden der Migräne zugeordnet. Aber worin besteht eigentlich der Unterschied zwischen Migräne und normalen Kopfschmerzen?

Warum diese Unterscheidung?

Es geht nicht darum, jemandem sagen zu können, dass er sich zusammenreißen solle, denn er habe ja „nur“ Kopfschmerzen. Vielmehr ist es wichtig, den Unterschied zwischen Kopfschmerzen und Migräne zu kennen, damit eine raschere Linderung eintreten kann. Denn viele Medikamente sprechen die Migräne gar nicht oder nur unzureichend an, was dazu führt, dass zwar Paracetamol oder Ibuprofen eingenommen wird, die Schmerzen aber immer noch bestehen. Außerdem ist es wichtig, persönlich zu wissen, ob eine Migräne vorliegt, damit die starken Schmerzen in Zukunft bestenfalls schon vorher erkannt und rechtzeitige Maßnahmen dagegen eingeleitet werden können.

So unterscheiden sich Kopfschmerzen und Migräne

Nun gilt es zu klären, was eigentlich Kopfschmerzen sind:

  • Kopfschmerzen äußern sich als Druck an den Schläfen oder an der Stirn, gehen vom Nacken aus oder finden sich direkt unter der Schädeldecke.
  • Kopfschmerzen treten im gesamten Kopf auf und können in der Intensität variieren.
  • Normalerweise zeigen sich Kopfschmerzen an beiden Seiten des Kopfes.
  • Sie dauern zwischen wenigen Minuten und einer ganzen Woche.
  • Normale Kopfschmerzen verschwinden häufig über Nacht von allein.

Meist zeigen sich Kopfschmerzen als Spannungskopfschmerzen, die vor allem im alltäglichen Stress ihre Ursache haben. Sie werden als dumpf oder drückend empfunden.

Cluster-Kopfschmerzen hingegen äußern sich mit einem sehr starken Schmerz, der meist einseitig beginnt und sich von dieser Stelle aus im gesamten Kopf ausbreitet bzw. einzelne Stellen des Kopfes betrifft. Cluster-Kopfschmerzen treten meist zyklisch auf.

Wieder eine andere Art von Kopfschmerz sind die Sinus-Kopfschmerzen, die oft mit Migräne verwechselt werden. Sie äußern sich nicht nur als bloßer Kopfschmerz, sondern auch in Verbindung mit einer starken Nebenhöhlenentzündung, mit Fieber und einer verstopften Nase. Die Sinus-Kopfschmerzen sind vielen Menschen von einer Grippe oder starken Erkältung bekannt und werden mit der Nebenhöhlenentzündung gleichgesetzt. Streng genommen sind das aber zwei verschiedene Erkrankungen.

Migräne tritt selten nur mit Kopfschmerzen auf, meist werden die Schmerzen von Übelkeit und Erbrechen begleitet. Außerdem mangelt es Betroffenen an Appetit, sie reagieren auf Licht und Geräusche extrem empfindlich. Der Schmerz sitzt meist hinter einem Auge, was ihn besonders unangenehm werden lässt. Einige Migräne-Geplagte sind so stark betroffen, dass sie ins Krankenhaus und dort in die Notaufnahme zur Behandlung müssen.

Die Ursachen für Migräne sind derzeit allerdings noch nicht erforscht und so zielt eine Behandlung vor allem auf die Bekämpfung der Symptome ab. Ruhe, Schmerzmittel und eine absolute Abschirmung von der Umwelt mit all ihren Licht- und Lautstärkereizen sind die Mittel der Wahl.

Migräne wird in Kategorien unterteilt: Es gibt Migräne mit und ohne Aura, wobei die Bezeichnung „Aura“ für die Vorahnung der Betroffenen steht. Viele Migräne-Patienten spüren rund eine halbe Stunde vor Beginn der nächsten Attacke, dass sich die Migräne ankündigt. Das ist beispielsweise durch eine erhöhte Lichtempfindlichkeit, durch Probleme mit der Konzentration oder durch eine leichte Taubheit der Gesichtsnerven der Fall.

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