Gehirnerschütterung (Commotio cerebri)

Bereits mit seiner leichtesten Form, der Gehirnerschütterung, ist daher nicht zu Spaßen. Das Gehirn ist eines der komplexesten und empfindlichsten Organe des menschlichen Körpers. Es ist nicht nur der Sitz unseres Bewusstseins, sondern es reguliert auch alle lebenswichtigen Funktionen, wie beispielsweise Atmung und Herzschlag. Eine Verletzung des Kopfes und des Gehirns, ein sogenanntes Schädel-Hirn-Trauma, kann daher schnell lebensbedrohlich werden.

Was ist eine Gehirnerschütterung?

Gehirnerschütterung (Commotio cerebri)

Erste Hilfe Maßnahmen bei Gehirnerschütterung – Fotolia © Henrie

Eine Gehirnerschütterung (Commotio cerebri) bezeichnet die leichteste Form eines sogenannten Schädel-Hirn-Traumas (SHT), bei dem die Schädelknochen und das Gehirn durch eine Krafteinwirkung von außen (Schlag, Sturz, etc.) verletzt werden.

Wie äußert sich ein Schädel-Hirn-Trauma?

Zu den häufigsten Anzeichen für ein Schädel-Hirn-Trauma zählen Übelkeit, Erbrechen und Schwindel, Kopfschmerzen, Bewusstlosigkeit, Erinnerungslücken bezüglich der Verletzung (Amnesie), Sehstörungen und Desorientierung. Die Ausprägung der Symptome hängt jedoch von der Schwere der Verletzungen ab. Ein Schädel-Hirn-Trauma wird daher einem von drei Schweregraden zugeordnet.


Leichtes Schädel-Hirn-Trauma (Grad I, entspricht der Gehirnerschütterung):

Alle oben genannten Symptome können auftreten. Jedoch dauert die eventuelle Bewusstlosigkeit höchstens 15 Minuten an. Neurologische Folgen treten in der Regel nicht auf, sodass die Gehirnerschütterung komplikationslos ausheilt.

Mittelschweres Schädel-Hirn-Trauma (Grad II):

Neben den üblichen Symptomen kann eine Bewusstlosigkeit auftreten, die bis zu einer Stunde anhält. Spätfolgen der Verletzung sind möglich aber selten.

Schweres Schädel-Hirn-Trauma (Grad III):

Die Bewusstlosigkeit infolge der Verletzung hält länger als eine Stunde an. Neurologische Folgeschäden sind bei Verletzungen dritten Grades höchst wahrscheinlich.

Wie wird eine Gehirnerschütterung diagnostiziert und behandelt?

Der behandelnde Arzt befragt den Patienten nach dem Unfallhergang und untersucht ihn auf Verletzungszeichen, wie Prellungen oder Platzwunden, sowie die typischen Symptome eines Schädel-Hirn-Traumas. Eine Gehirnerschütterung erfordert normalerweise keine umfassende Behandlung. Beschwerden, wie Kopfschmerzen und Übelkeit, können durch die Gabe entsprechender Medikamente effektiv gelindert werden. Der Patient muss sich aber unbedingt einige Tage bei Bettruhe erholen.

In den ersten 24 Stunden nach der Verletzung erfolgt meist eine Überwachung im Krankenhaus, da im Falle von Komplikationen (z. B. einer Hirnblutung) ein schnelles Eingreifen notwendig ist. Beim Verdacht auf solche schwereren Verletzungen können der Schädelknochen und das Gehirn mit bildgebenden Verfahren, wie beispielsweise der Computertomografie (CT), genauer untersucht werden. Bei einer einfachen Gehirnerschütterung sind solche schweren Folgen jedoch sehr selten, sodass der Patient in der Regel nach einigen Tagen wieder auf den Beinen ist.

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