Kopfschmerztabletten können Herzinfarktrisiko steigern

Nicht mehr als zehn Tabletten pro Monat und keine Einnahme über mehr als drei Tage am Stück – so lautet die Empfehlung von Apothekern zur Schmerzmittel-Medikation bei leichtem Kopfschmerz. Das Schmerzmittel nicht ganz harmlos sind, wissen inzwischen viele Betroffene:  Wer dauerhaft Tabletten einnimmt, kann damit den Kopfschmerz hervorrufen, den er eigentlich bekämpfen möchte. Doch was noch viel erschreckender ist: Schmerzmittel können Herzinfarkte und Schlaganfälle begünstigen.



Zu diesem Ergebnis kommt Professor Peter Jüni von der Universität Bern nach einer umfassenden Meta-Analyse 31 klinischer Studien an insgesamt 116.429 Patienten. Er stellt fest, dass bei regelmäßiger Schmerzmitteleinnahme ein bis zu vierfach erhöhtes Risiko für Infarkt und Tod besteht.

Die am häufigsten verwendeten Schmerzmittel gehören zu den nicht-steroidalen Entzündungshemmern. Diese wirken fiebersenkend und entzündungshemmend, bringen aber leider auch eine bis zu vierfach erhöhte Herz-Kreislauf-Sterblichkeit mit sich. An der Spitze der Tabelle steht Diclofenac. Das günstigste Risikoprofil hat der Wirkstoff Naproxen.

Auch andere Schmerzmittel wie Paracetamol oder Novalgin haben ihre Nebenwirkungen: Während Paracetamol auf Dauer zu schweren Leberschäden und im Einzelfall sogar zu Leberversagen führen kann, ist Novalgin in der Lage, das Knochenmark zu schädigen. Auch allergische Reaktionen und in seltenen Fällen sogar Todesfälle wurden bei der Einnahme von Novalgin bereits registriert.

Gefährdet sind laut Expertenmeinung insbesondere ältere Patienten, da diese häufig schon mit Herz-Kreislaufproblemen vorbelastet sind. Einige Schmerzpatienten nehmen das Risiko zunächst bewusst in Kauf, da sie mit ihren Beschwerden nicht mehr weiter leben wollen. Aus diesem Grund gewinnen alternative Methoden der Schmerzlinderung eine zunehmende Bedeutung.

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