Kopfschmerzen bei Histaminintoleranz

Rund ein bis drei Prozent der Bevölkerung leiden unter einer Histaminintoleranz (= Histaminose). Etwa 80 Prozent der Betroffenen sind Frauen, die meisten davon 40 Jahre oder älter. Eine mögliche Ursache hierfür liegt in der Abnahme des Östrogenspiegels beim Einsetzen der Menopause.

Kopfschmerzen bei Histaminintoleranz

Kopfschmerzen bei Histaminintoleranz

Kopfschmerzen bei Histaminintoleranz? – Fotolia © PictureArt

Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Histaminintoleranz: Bei einer Histaminintoleranz vom Typ DAO ist die Aktivität der Diaminoxidase (kurz: DAO) eingeschränkt. DAO ist ein kupferhaltiges Enzym, das Histamin abbauen kann und in Darm, Leber, Niere sowie in den weißen Blutkörperchen vorkommt. Durch die Nahrung aufgenommenes Histamin kann so nicht oder nur teilweise abgebaut werden. Bei Typ HNMT ist zu wenig N-Methyl-Transferase vorhanden. N-Methyl-Transferase  findet sich beispielsweise in der Leber, der Haut und den Atemwegen. In diesem Fall kommt es zu einer allmählichen und langsamen Ansammlung von Histamin im Körper.

Neben Magen-Darm-Problemen leiden die Betroffenen überdurchschnittlich häufig an Kopfschmerzen und Migräne. Der Kopfschmerz wird in diesem Fall durch Stickstoffmonoxid verursacht, das durch das Histamin freigesetzt wird. Histamin kann abhängig von der Dosis sowohl beim Gesunden wie auch beim Migränepatienten Kopfschmerzen auslösen.



Sind die Kopfschmerzen histaminbedingt, kann die Einnahme von Schmerzmitteln wie ASS kontraproduktiv sein, da viele Schmerzmittel das histaminabbauende Enzym Diaminoxidase in seiner Aktivität hemmen oder sogar blockieren. Auch können sie die Freisetzung von körpereigenem Histamin fördern.

Hingegen konnte mit einer Studie nachgewiesen werden, dass eine histaminarme Kost bei 64 Prozent der Migränepatienten präventiv eine Besserung und bisweilen sogar eine vollständige Heilung erzielen konnte. Gemieden werden sollten unter anderem Fertigprodukte, überreife Lebensmittel (zum Beispiel Käse oder Fisch), Alkohol, Salami, Nüsse, Tomaten, Zitrusfrüchte, Thunfisch und Meeresfrüchte, Spinat, Sauerkraut und Erdbeeren.

Tipp der Redaktion: Haben Sie Fragen rund um die Themen Kopfschmerzen & Migräne? Schreiben Sie uns! Unsere Experten (Neurologen, Schmerztherapeuten) stehen Ihnen gerne für Fragen zur Verfügung!

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