Botox-Behandlung für Migräne-Patienten

Migräne-Patienten kennen das: Es klopft, pocht, hämmert und pulsiert. Ein Migräne-Anfall kommt meist wie aus dem Hinterhalt, nimmt dann allmählich zu und dehnt sich von einer Schläfen- oder Stirnseite zur Attacke aus, die den ganzen Kopf betreffen kann.

Die Ursache der Kopfschmerzerkrankung ist, so wissen Mediziner heute, eine erblich bedingte Übererregbarkeit des zentralen Nervensystems. Normalerweise wird die Migräne mit gängigen Kopfschmerzmedikamenten behandelt. Patienten, bei denen diese Maßnahme nicht mehr ausreicht, können sich in einer spezialisierten neurologischen Praxis oder auch stationär in einer Klinik beraten lassen.

Dass auch der Wirkstoff Botulinumtoxin, besser bekannt unter dem Handelsnamen Botox®, für eine Verbesserung der Beschwerden sorgen kann, ist inzwischen wissenschaftlich erwiesen. Schräg oberhalb der Augenbrauen liegt ein Muskel, der den Nerv, der aus der Augenhöhle nasenseitig Richtung Stirn verläuft, irritieren kann. Bei einigen Menschen – überwiegend Frauen – löst dies einen Migräneanfall aus. Mithilfe von Botulinumtoxin kann der betreffende Muskel gezielt ruhig gestellt und das drohende Kopfgewitter abgewendet werden.

Bei der Behandlung von Migräne wird der Wirkstoff in Kopf- und Rückenmuskeln injiziert. Der Effekt hält etwa sechs Monate an, dann wird das Botulinumtoxin vom Körper vollständig abgebaut. Eine Nachbehandlung ist jederzeit möglich, da Botulinumtoxin entgegen zahlreicher Gerüchte für den Organismus nicht schädlich ist.

Bislang waren die Kosten für diese Behandlung von den Patienten selbst zu tragen. Doch nun ist Botulinumtoxin auch in Deutschland für die Therapie chronischer Migräne zugelassen. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) genehmigte die Therapiemaßnahme für erwachsene Patienten, die auf andere vorbeugende Medikamente unzureichend angesprochen haben oder sie nicht vertragen. Chronische Migräne bedeutet dabei, dass die Patienten an mindestens 15 Tagen monatlich unter Kopfschmerzen leiden, davon an mindestens acht unter Migräne.

Botox-Behandlung für Migräne-Patienten
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