Chronische Kopfschmerzen: Den Teufelskreis durchbrechen

Einige Menschen leiden nur selten an Kopfschmerzen, 71 Prozent der Deutschen allerdings zumindest gelegentlich. Wem der Brummschädel das Leben an mehr als 15 Tagen im Monat schwer macht, der leidet an chronischen Kopfschmerzen.

Das Risiko, dass Kopfschmerzen chronisch werden, wird durch verschiedene Faktoren erhöht. Wer ständig Stress hat, zu viel oder zu wenig schläft, viel raucht und Alkohol trinkt [adsenseyu1]oder sich eine ungesunde Körperhaltung angewöhnt hat, läuft Gefahr, dass aus dem vorübergehenden Übel eine permanente Qual wird. Der Körper stellt sich auf Schmerzen ein – und zwar nicht, indem er sich daran gewöhnt und sie nicht mehr wahrnimmt! Stattdessen verstärkt sich das Schmerzempfinden. Schuld daran sind bestimmte Veränderungen im Nervensystem des Rückenmarks. Diese Regelkreise im Inneren der Wirbelsäule halten das Schmerzerleben aufrecht und intensivieren es in vielen Fällen sogar. Dann können schon kleine, harmlose Reize ausreichen, um starke Beschwerden hervorzurufen. Das heißt, dass der Körper ein so genanntes Schmerzgedächtnis entwickelt. Hat sich der Schmerz auf eine solche Weise verselbständigt, sprechen Fachleute von einer Schmerzkrankheit.

Chronische Schmerzen lassen sich nicht nur mit Medikamenten behandeln. Inzwischen gewinnen nichtmedikamentöse Behandlungsverfahren an Bedeutung, die sich auf das Löschen der Inhalte des Schmerzgedächtnisses konzentrieren. Dabei wird unter anderem versucht, die Kopplung von schmerzverstärkenden Mechanismen zu durchbrechen. Als erfolgversprechend erwiesen sich beispielsweise eine radikalen Umstellung des Tagesablaufes, bestimmte Beschäftigungsstrategien und Formen der Freizeitgestaltung. Es ist unabdingbar, das Schmerzverständnis zu erweitern und neben körperlichen Ursachen auch die seelische Verarbeitung und den Einfluss der Umgebung auf die Schmerzempfindung wahrzunehmen. Auch müssen unrealistische Erwartungen (Schmerzfreiheit) zugunsten realistischer Behandlungsziele (Linderung der Beschwerden) korrigiert werden. Aktive Bewältigungsstrategien sollen die passive Hilflosigkeit, dem Schmerz ausgeliefert sein, ablösen. Dies kann zum Beispiel körperliche Bewegung sein, die schmerzlindernd wirkt, indem sie den Endorphin- und Serotoninspiegel erhöht und so gleichzeitig auch die Stimmung hebt.

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