Doppelt benachteiligt: Schüler mit Migräne haben schlechtere Noten

Die Schule ist für zahlreiche Kinder ein großer Stressfaktor. Der selektive Druck, die Komprimierung der Lerninhalte auf weniger Zeit und die hohen Erwartungen mancher Eltern machen Schülern heutzutage teils schwer zu schaffen. Nicht wenige von ihnen reagieren darauf mit psychosomatischen Beschwerden, zu denen auch Kopfschmerzen und Migräne zählen können.

Das ist oftmals fatal: Denn dass sich Kinder mit starken Kopfschmerzen nicht gut auf den Unterricht konzentrieren können und oft krankheitsbedingt fehlen, liegt nahe. Wie häufig Kopfschmerzen bei Schulkindern sind und welche Konsequenzen das für ihre Leistung hat, haben zwei Forscher aus Brasilien und den USA untersucht. Die Ergebnisse: Neun Prozent der Kinder (überwiegend älter als neun Jahre) hatte eine episodische Migräne. Unter chronischer Migräne hingegen litten nur 0,6 Prozent. Allerdings hatten knapp 17,6 Prozent der Kinder Kopfschmerzen, die als „wahrscheinliche Migräne“ eingestuft wurden. Insgesamt hatten also etwa 27 Prozent der Schüler immer wieder migräneartige Kopfschmerzen. Diese Werte decken sich ungefähr mit denen aus den Industrienationen.

[adsenseyu1]Für die Studie untersuchten Dr. Marco Arruda aus Ribeirão Preto und Dr. Marcelo Bigal aus New York mit Zustimmung der Eltern die Schulleistungen von 5.700 Kindern zwischen fünf und zwölf Jahren und interviewten zugleich deren Mütter mit standardisierten Fragebögen, die sich um die allgemeine und psychische Gesundheit der Kinder sowie soziodemografische Faktoren drehten.

Arruda und Bigal fanden dabei heraus, dass sich die schulischen Leistungen von Kindern mit Spannungskopfschmerzen nicht signifikant von denen ohne Kopfschmerzen unterscheiden. Bei den jungen Migräne-Patienten allerdings stellte sich heraus, dass – je schwerer die Migräne und je mehr Fehltage es waren – die Schüler sich entsprechend leistungsschwächer zeigten.

Doppelt benachteiligt: Schüler mit Migräne haben schlechtere Noten
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