Kopfschmerzen: So kann sich das Raumklima auswirken

Kopfschmerzen sind so vielfältig wie die Betroffenen selbst. Es gibt verschiedenste Ausprägungen von Kopfschmerzen, die jeweils auf ebenso viele Ursachen zurückgehen können. Auch die Behandlungsmethoden bei akuten oder chronischen Kopfschmerzen können je nach Diagnose und Ursache sehr unterschiedlich ausfallen. Nahezu alle Betroffenen berichten allerdings, dass sich ein schlechtes Raumklima negativ auf ihre Beschwerden auswirkt. Das bedeutet, dass eine ungesunde Raumluft Kopfschmerzen in den meisten Fällen verschlimmern kann, und das unabhängig von der Art des Kopfschmerzes und der zugrundeliegenden Ursache.

Schlechtes Raumklima hat viele Ursachen

Die meisten Menschen verbringen nachweislich den Großteil des Tages in geschlossenen Räumen. Je nach Tagesablauf und beruflicher Tätigkeit können es sogar bis zu 90 Prozent sein. Somit entstammt auch der überwiegende Teil der Atemluft, die täglich den menschlichen Körper durchströmt, geschlossenen Räumen. Je länger der Tag voranschreitet und je mehr Atemzüge in einem geschlossenen Raum getan werden, desto verbrauchter ist die vorhandene Atemluft. Der Mensch atmet, das lernen wir bereits im Biologieunterricht in der Schule, Sauerstoff ein und Kohlendioxid wieder aus. Je stärker die vorhandene Atemluft mit Kohlendioxid angereichert ist, desto abgestandener ist sie und desto weniger frischer Sauerstoff gelangt beim Einatmen in den Körper.

Regelmäßiges Lüften kann die Atemluft in geschlossenen Räumen deutlich verbessern, aber vor allem in der kalten Jahreszeit, so wissen Experten, lässt die Bereitschaft zum Durchlüften bei vielen Menschen deutlich nach. Vor allem in geschlossenen Räumen, in denen sich viele Menschen aufhalten, wie zum Beispiel in Großraumbüros, in Klassenzimmern oder auch in öffentlichen Verkehrsmitteln, lässt das Raumklima deshalb bereits nach wenigen Stunden zu wünschen übrig.

Zudem sind die meisten Innenräume in der kalten Jahreszeit überheizt. Heizungsluft ist warm und sehr trocken und damit nicht besonders gesund. Aber nicht nur trockene und verbrauchte Luft schafft ein schlechtes Raumklima. Auch zu trockene oder zu feuchte Luft ist ungünstig für die Atemwege. Vielfach sind auch kleinste Schadstoffpartikel in der Atemluft gelöst, die krank machen können, wenn sie über einen längeren Zeitraum hinweg eingeatmet werden. Häufig sind schädliche Substanzen die Ursache, die in Möbeln oder Baumaterialien enthalten sind und nach und nach in der Atemluft gelöst werden. Schimmelsporen, die durch Feuchtigkeit in geschlossenen Räumen entstehen, sorgen ebenfalls rasch für ein äußerst gesundheitsschädliches Raumklima.

Die Folgen von schlechtem oder sogar ungesundem Raumklima sind vielfach Müdigkeit, Konzentrationsstörungen und Kopfschmerzen, es kann aber auch zu schwerwiegenderen gesundheitlichen Beeinträchtigungen kommen. Menschen, die aufgrund einer Vorerkrankung oder einer körperlichen Disposition ohnehin zu Kopfschmerzen oder Migräne neigen, kann ein schlechtes Raumklima besonders gravierende Folgen auf das Wohlbefinden und den Gesundheitszustand haben.

Luftreiniger und Luftwäscher für ein gesundes Raumklima

Es gibt viele einfache Möglichkeiten, um das Raumklima dauerhaft zu verbessern. Für eine ausreichende Luftfeuchtigkeit sorgen feuchte Tücher, die im Raum aufgehängt werden. Auch Schalen mit Wasser auf den Heizkörpern oder Zimmerbrunnen erhöhen die Luftfeuchtigkeit

Grünpflanzen können dazu beitragen, dass der Sauerstoffgehalt in der Raumluft höher bleibt. Außerdem bringt regelmäßiges aber kurzes Stoßlüften einen höheren Sauerstoffgehalt mit sich.

Besonders effektiv für ein gesundes Raumklima sind Luftreiniger und Luftwäscher. Sie reinigen die vorhandene Raumluft von Schadstoffen und Allergenen und regulieren meist gleichzeitig die Luftfeuchtigkeit. Obwohl beide Begriffe häufig synonym verwendet werden, gibt es gravierende Unterschiede in der Funktionsweise und dem Ergebnis, das Luftreiniger und Luftwäscher mit sich bringen:

In einem Luftwäscher wird die Raumluft tatsächlich in einem Wasserbad gereinigt. Dazu wird die Luft mittels eines Ventilators angesaugt und anschließend über Drehscheiben in einem Wasserbehälter gefiltert. Dadurch wird die Luft nicht nur gereinigt, sondern auch mit einer erhöhten Luftfeuchtigkeit versehen.

Ein Luftreiniger saugt die Raumluft ebenfalls durch einen Ventilator an und filtert anschließend Schadstoffpartikel und Gerüche über ein mehrstufiges und hoch effizientes Filtersystem heraus. Die Raumluft wird dadurch von Schadstoffen, Schmutzpartikeln, Bakterien und schlechten Gerüchen gereinigt.

Die Effizienz beider Systeme unterscheidet sich deutlich, wie der Ratgeber unter Raumklimatest.de erläutert:

„Während Luftwäscher bis zu 10 Mikrometer (1 Mikrometer = 1/1000 Millimeter) große Partikel aus der Luft filtern, arbeiten Luftreiniger mit HEPA-Filter wesentlich granularer und filtern Kleinstpartikel bis zu einer Größe von 0,3 Mikrometer aus der Luft.

Luftreiniger sind also in der Lage, bis zu 33x kleinere Schadpartikel als ein herkömmlicher Luftwäscher aus der Luft zu filtern und sind deshalb besonders für Allergiker empfehlenswert.“

(Quelle: https://raumklimatest.de)

Wer häufig unter Kopfschmerzen leidet, kann durch den Einsatz eines effizienten Reinigungssystems das Raumklima nachhaltig verbessern und eine mögliche Ursache für immer wieder auftauchende Kopfschmerzen reduzieren.

Gesundes Raumklima senkt das Kopfschmerzrisiko

Ein gesundes Raumklima umfasst verschiedene Aspekte:

Die Luftfeuchtigkeit

Damit ein gesundes Raumklima entstehen kann, sollte die vorhandene Atemluft weder zu feucht noch zu trocken sein. Eine Luftfeuchtigkeit von 45 bis 60 Prozent ist optimal für den menschlichen Organismus. Überprüfungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ergaben allerdings, dass vor allem in Räumen, in denen sich viele Menschen aufhalten, wie in Klassenzimmern oder Großraumbüros, die Luft in der kalten Jahreszeit durch den verstärkten Einsatz von Heizungen häufig nur eine Luftfeuchtigkeit von 20 Prozent aufweist. Vor allem Klimaanlagen und Fußbodenheizungen sind die Auslöser für eine extrem trockene Raumluft. Durch zu trockene Raumluft trocknen nämlich auch die Schleimhäute in Nase und Rachen stark aus und bieten Krankheitserregern damit eine deutlich größere Angriffsfläche.

Eine Luftfeuchtigkeit von über 60 Prozent ist dagegen auch ungesund, insbesondere für Allergiker. In einem sehr feuchten Klima können sich Hausstaubmilben und andere Allergene sehr leicht vermehren und ausbreiten und Allergikern das Atmen erschweren.

Die Raumtemperatur

Damit das Raumklima sich positiv auf die Gesundheit auswirken kann, sollte es in geschlossenen Räumen weder zu warm noch zu kalt sein. Vor allem im Winter werden die meisten Innenräume viel zu stark beheizt. Lediglich 22 bis 23 Grad sollte die Raumtemperatur betragen. So ist auch der Kontrast zwischen Innen- und Außenbereichen nicht zu groß und der Körper muss nicht zu viel Energie auf den Temperaturausgleich verwenden. Wer bei 22 Grad Raumtemperatur noch leicht friert, sollte lieber zu einem wärmeren Pullover oder einer Strickjacke greifen, anstatt den Heizkörper aufzudrehen.

Ausreichender Sauerstoffgehalt

Damit das Raumklima gesund bleibt, sollte immer genug Sauerstoff vorhanden sein. Das bedeutet, dass Innenräume auch im Winter regelmäßig gelüftet werden sollten. Ganz wichtig: Stoßlüften ist besser als dauerhaft gekippte oder sogar geöffnete Fenster. Ein etwa fünfminütiges Lüften mit weit geöffneten Fenstern schafft wieder ein gesundes Raumklima. Strömt dauerhaft kalte Winterluft ins Zimmer, kann die Raumluft dadurch stark austrocknen.

Ein gutes Raumklima ist kein Wundermittel gegen Kopfschmerzen, da die Ursachen und Erscheinungsformen von Kopfschmerzen und Migräne zu vielfältig sind. Mit einem gesunden Raumklima lässt sich aber eine Umgebung schaffen, die die Kopfschmerzen nicht zusätzlich verstärkt.

 

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Abbildung 1: @ Photo-SG (CCO-Lizenz) / fotolia.com

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