„Das wird schon wieder“ – Welche Rolle spielt eine positive Einstellung bei der Therapie von Kopfschmerzen?

Kopfschmerz ist eine der häufigsten Erkrankungen in den westlichen Industrienationen. Besonders Clusterkopfschmerz und Migräne sorgen für hohen Leidensdruck bei den Betroffenen. Regelmäßig sind dann Medikamente Kopfschmerz das Mittel der Wahl. Speziell beim Clusterkopfschmerz ist die regelmäßige Einnahme der verordneten Medikamente von besonderer Bedeutung, um eine erfolgreiche medikamentöse Prophylaxe zu gewährleisten. Dieses Konzept der Therapietreue wird auch mit dem Fachbegriff der „Adhärenz“ bezeichnet. Der Patient trägt in diesem Begriff nicht mehr die alleinige Verantwortung für den Therapieerfolg, im Vordergrund steht vielmehr die Zusammenarbeit zwischen Patient und Arzt. In der Therapie von Kopfschmerzerkrankungen stellt die Adhärenz einen wesentlichen Erfolgsfaktor dar. In der Behandlung von Kopfschmerzpatienten wurde jedoch wiederholt mangelnde Adhärenz bei der medikamentösen Prophylaxe, besonders außerhalb der Attacken, beobachtet. Auch bei anderen Krankheitsbildern ist dieses Phänomen bekannt. Die Gründe dafür sind derzeit noch nicht eindeutig. Dieses Problem wird aber mittlerweile als so maßgeblich betrachtet, dass sich bereits die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit diesem Thema befasst hat. Dabei wurden verschiedene Faktoren identifiziert, die einen Einfluss auf die Adhärenz haben sollen. Zum Beispiel spielen Nebenwirkungen eine große Rolle. Patienten, die zwar weniger unter Kopfschmerzen leiden, dafür aber Tag für Tag unter Übelkeit, werden mit geringerer Wahrscheinlichkeit ihr Kopfschmerzmedikament regelmäßig einnehmen. Im Mittelpunkt einiger Forschungsprojekte steht derzeit das Konzept der positiven Erwartung. Dabei wird untersucht, ob bereits die Überzeugung die Symptome einer Erkrankung durch aktives Handeln zu lindern wirksam ist oder nicht. Spielen also eventuell eine positive Einstellung und die Überzeugung, aus eigener Kraft etwas bewirken zu können, auch bei körperlichen Erkrankungen eine Rolle? Und wo liegen nun Gründe für die verringerte Medikamentenadhärenz bei Kopfschmerzpatienten?

universitaet_rostockEin Forschungsteam der Klinik und Poliklinik für Neurologie der Universitätsmedizin Rostock untersucht derzeit genau diese Fragen. Zu diesem Zweck wurde ein Online-Fragebogen entwickelt. Das Ziel ist es, vorhandene Kenntnisse über die Behandlung von Kopfschmerzen zu erweitern, um so bessere Voraussetzungen für eine erfolgreiche Therapie zu schaffen. Gesucht werden deshalb Personen die mindestens 18 Jahre alt sind und unter ärztlich diagnostizierter Migräne oder Clusterkopfschmerz leiden. Sollte Sie Interesse haben an diesem Projekt teilzunehmen, gelangen Sie unter folgendem Link zu der Umfrage: https://evasys.uni-rostock.de/evasys/online.php?p=Kopfschmerzen Die Bearbeitungszeit des Online-Fragebogens sollte nicht länger als 10 Minuten in Anspruch nehmen.

Das Forschungsteam der Universitätsmedizin Rostock bedankt sich im Voraus für Ihre Unterstützung!

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