Migräne-Therapie: Zwei weitere Triptane in Kürze rezeptfrei erhältlich

Nicht immer kann eine Migräne mit herkömmlichen Schmerzmitteln ausreichend behandelt werden. Daher verschreiben Ärzte bei Migräne in bestimmten Fällen so genannte Triptane. Diese Medikamente blockieren die Freisetzung von Nervenbotenstoffen, die eine lokale, von den Nerven ausgehende Entzündung an den Blutgefäßen des Gehirns auslösen können. Zudem helfen Triptane dabei, während der Migräneattacke die erhöhte Nervenaktivität in verschiedenen Gehirnzentren zu regulieren und dabei eine Normalisierung der Sauerstoffversorgung des Gehirns zu erreichen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Schmerzmitteln wirken Triptane nicht im gesamten Körper, sondern binden sich ganz gezielt an die Rezeptoren in den Bereichen des Gehirns, in denen sich die Migräne abspielt.


Die Migräne-Therapie

Migräne-Therapie

Migräne-Therapie – Fotolia © yoko

Insgesamt gibt es derzeit sieben unterschiedliche Triptane für Migränepatienten. Zwei davon, Naratriptan und Almotriptan, sind bereits rezeptfrei in Apotheken erhältlich. Nun sollen auch Sumatriptan (nasale und orale Darreichungsform) sowie Zolmitriptan (orale Darreichungsform, in kleiner Packungsgröße) aus der Verschreibungspflicht entlassen werden. Dies bedeutet mehr Freiheit in der Selbstmedikation für erfahrene Migräne-Patienten – aber leider auch, dass die Migräne-Therapie wieder ein Stück der ärztlichen Überwachung entwächst. Das kann fatale Folgen haben: Denn wer Triptane nicht richtig anwendet, dem schaden sie mehr, als sie nutzen. An mehr als zehn Tagen im Monat eingenommen können sie einen medikamenteninduzierten Kopfschmerz verursachen. Davon angesehen sind Triptane in der Lage, den Blutdruck erhöhen. Bei Migränepatienten, die unter Herz- oder Gefäßkrankheiten leiden, können Triptane so das Herzinfarktrisiko steigern.

Abgesehen von der steigenden Eigenverantwortung erhöhen sich für Patienten durch den Gesetzesbeschluss auch die Kosten der Migränetherapie, da die gesetzlichen Krankenkassen ausschließlich bei verschreibungspflichtigen Medikamenten einspringen.

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