Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD)

Kopfschmerzen durch Kieferprobleme

Kopf, Nacken und Rücken sind die Körperregionen, die bei Erwachsenen besonders oft Schmerzen verursachen, die die Lebensqualität stark einschränken können. Eine häufigere aber vielen Menschen weitgehend unbekannte Ursache für diese Beschwerden ist eine Funktionsstörung des Kiefergelenks, die sogenannte Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD).

© vladimirfloydWas ist eine Craniomandibuläre Dysfunktion?
Liegt eine Craniomandibuläre Dysfunktion, kurz CMD, vor, ist das Kiefergelenk in seiner Funktion gestört. Die Beschwerden können dabei sowohl von den Knochen (z. B. Verschleiß) als auch den Muskeln (z. B. Entzündungen) herrühren, sodass unter dem Begriff CMD verschiedene Krankheitsbilder zusammengefasst werden.

Welche Ursachen kann eine Craniomandibuläre Dysfunktion haben?
Für die CMD kommen unterschiedliche Ursachen infrage. Bei einer Kieferfehlstellung (Dysgnathie) passen die Zähne im Ober- und Unterkiefer beispielsweise nur unzureichend aufeinander, sodass mit der Zeit Beschwerden auftreten. Häufigste Auslöser einer solchen Fehlstellung sind Störungen während des Wachstums des Patienten oder erworbene Veränderungen, die zum Beispiel infolge eines Unfalls auftreten. Darüber hinaus können  auch gezogene Zähne oder mangelhafter Zahnersatz Schiefstände im Gebiss verursachen. Besonders problematisch ist, dass Kieferfehlstellungen neben dem Auftreten von belastenden Schmerzen auch wichtige Funktionen, wie Sprache oder Atmung, beeinträchtigen können.

Auch psychische Belastung kann die Wurzel des Übels sein. Viele Menschen entladen ihre innere Anspannung unbewusst oder im Schlaf in Zähneknirschen (Bruxismus). Die ständige Anspannung des Kiefers durch das anhaltende Zusammenbeißen und Aufeinandereiben der Zahnreihen führt zu Schmerzen und Verschleiß an den Zähnen. Nicht nur Zahnschäden, sondern auch weitere Fehlstellungen können so hinzukommen.

Wie wird eine Craniomandibuläre Dysfunktion behandelt?
Die Behandlung der CMD richtet sich nach der Ursache der Schmerzen. Zähneknirschen kann beispielsweise unkompliziert mit sogenannten Schienen behoben werden. Durch einen Unfall verursachte oder wachstumsbedingte Fehlstellungen von Ober- und Unterkiefer müssen jedoch oftmals durch einen chirurgischen Eingriff korrigiert werden. Moderne Operationsverfahren durch die Mundhöhle vermeiden aber sichtbare Narben und führen zu sehr guten Ergebnissen. Zuvor muss allerdings basierend auf den vorhandenen Symptomen eine eingehende Untersuchung erfolgen, damit eine zuverlässige Diagnose erstellt werden kann.

Welche Symptome deuten auf CMD hin?
Da die Varianten einer Craniomandibuläre Dysfunktion zahlreich sind, können sehr viele unterschiedliche Symptome Anlass für einen Arztbesuch geben. Bei Fragen oder dem Verdacht auf CMD wenden Sie sich zuerst an Ihren Hausarzt. Dieser kann Sie zu einem Spezialisten überweisen. Folgende Symptom-Übersicht kann Ihnen erste Anhaltspunkte für das Gespräch mit Ihrem Arzt geben:

Kopf

Kiefergelenk

  • Knirschen
  • Schmerzen
  • Bewegungseinschränkung

Ohren

  • Ohrgeräusche
  • Schmerzen
  • Schwindel

Zähne

  • Zähneknirschen (Bruxismus)
  • Schmerzen
  • Bissprobleme

Augen

  • Lichtempfindlichkeit
  • Sehstörungen
  • Schmerzen

Rücken

  • Nackenschmerzen
  • Rückenschmerzen
  • Verspannungen
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2 Gedanken zu “Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD)

  1. Hallo,
    vielen Dank für den Beitrag. Das könnte nämlich einiges erklären. Darauf wär ich selbst nicht gekommen. Aber Dank ihres Hinweises werde ich mal einen Kieferorthopäden aufsuchen.

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